OffenesParlament.de macht Plenarprotokolle durchsuchbar

CC0 Public Domain, OffenesParlament.de

Welche Themen werden im Bundestag besprochen? Wie positionieren sich die einzelnen Abgeordneten zu den Themen? Die Prozesse und Debatten im deutschen Bundestag sind für Bürger/innen, aber auch politische Organisationen und Initiativen oft nur schwer zu überblicken. Daher haben wir uns gemeinsam mit unserem Kooperationspartner abgeordnetenwatch.de in den letzten vier Monaten die Plenarprotokolle des Bundestages aus der 18. Legislaturperiode (2013-2017) genauer angesehen. Die Ergebnisse unserer Analyse zeigen wir in der neuen Version von OffenesParlament.de.

Suchen und Recherchieren

Wir haben die 245 Plenarprotokolle der letzten Wahlperiode inklusive Themen, Positionen der vier Fraktionen und 630 Abgeordneten erstmals durchsuchbar gemacht. Ziel ist es, die Verbindungen zwischen Themen und Akteuren verständlicher und die Arbeit des deutschen Parlaments für Interessierte nachvollziehbar zu machen, um so mehr Menschen über politische Vorgänge zu informieren.

Die Suchfunktion ermöglicht Aktivist/innen, Journalist/innen und gemeinnützigen Organisationen eine detaillierte Recherche in den Daten. Zum Tool!

Themen, Sprecher/innen & Hintergründe

Um ein besseres Bild über die Themen und Prozesse im Bundestag zu bekommen, haben wir auf OffenesParlament.de umfangreiche Datenanalysen erstellt, die zeigen, welche Abgeordnete und Fraktionen am häufigsten sprechen und welche Themen zu unterschiedlichen Zeiten im Zentrum der parlamentarischen Arbeit stehen.

Themenverteilung

Themenverteilung CC-BY 4.0

Einige Ergebnisse der Datenanalyse:

  • Die häufigsten Themen sind Gesellschaftspolitik/ soziale Gruppen (333 Tagesordnungspunkte, kurz TOPs), Recht (312 TOPs) und Außenpolitik/ internationale Beziehungen (262 TOPs).
  • Die häufigsten Sprecher/innen sind Eva Bulling-Schröter, die Linke (391 Reden), Britta Haßelmann, Bündnis 90/ die Grünen (343 Reden) und Oliver Krischer, Bündnis 90/ die Grünen (339 Reden).
  • Nur knapp 38 % der Bundestagsabgeordneten sind weiblich, dennoch halten die Frauen im Durchschnitt mehr Reden (1,44 pro Sprecherin) als die Männer (0,96 Reden pro Sprecher).

Die Protokolle bieten auch eine gute Möglichkeit für die Zivilgesellschaft die Arbeit des Parlaments zu monitoren und Aussagen zu überprüfen. Wir haben uns auf OffenesParlament.de als Beispiel die Griechenlandkrise, den Abgasskandal und die deutschen Asylpolitik näher angeschaut und die Debatten verständlich anhand der Informationen aus den Protokollen aufbereitet. Die Analyse zeigt z.B. die Uneinigkeiten innerhalb der Union bei den Abstimmungen zum dritten Hilfspaket für Griechenland, die Kritik an Verkehrsminister Dobrindt im Umgang mit der VW-Abgasaffäre und die Streitigkeiten um das EU-Abkommen mit der Türkei. Zu den Analysen!

Daten

Alle Daten sind in maschinenlesbarer Form unter CC0 als Open Data frei zugänglich und können heruntergeladen werden.