FreiraumNetz18 - Netzpolitik & Jugendpolitik zusammengedacht

CC BY-SA 4.0, Foto: Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der Ev. Kirche in Hessen und Nassau

Wie können Jugendpolitik und Netzpolitik miteinander vereinbart werden? Wie können Jugendverbände Jugendliche darin begleiten, das Internet aufgeklärt als eigenen Gestaltungsraum zu nutzen? Beim dritten Jugend- und Netzpolitischen Forum “FreiraumNetz18 – Regeln für ein faires Netz”, haben wir uns diesen Fragen gewidmet und uns über freie Lizenzen, digitale Beteiligung und die Mediennutzung von Jugendlichen ausgetauscht. Denn obwohl Jugendliche das Netz mit am stärksten nutzen, werden ihre Interessen nur in geringem Maße vertreten. Ziel des FreiraumNetz18 war es daher auch, gemeinsame Positionen zu entwickeln, um digitale Themen, vom Urheberrecht bis zur aufgeklärten Mediennutzung innerhalb der Jugendverbände und in der Politik stärker auf die Agenda zu setzen.

Auf der Veranstaltung haben wir einen Workshop zum Thema „Fairplay: Daten für die Zivilgesellschaft“ angeboten. Gemeinsam mit den Teilnehmenden, diskutierten wir, was digitales Fairplay heutzutage bedeuten kann und wie wir mit Daten und digitalen Tools, Fairness in der Gesellschaft fördern können. Im Anschluss an die Workshops entwickelten die Teilnehmenden zusammen Forderungen und Ideen, um netzpolitische Themen in der jugendpolitischen Arbeit zu fördern. In Anlehnung an unseren Workshop sind so unter anderem diese Thesen entstanden:

Mit Daten Gutes tun – Aufgabe für die Jugendverbände FreiraumNetz18: Jugendverbände sollten Daten gezielt einsetzen – zum Beispiel für Storytelling und Kampagnen. Auf diese Weise können sie Problemlagen anschaulich aufarbeiten, Lösungsvorschläge machen und die Anliegen von Jugendlichen im politischen Raum wirkungsvoller vertreten. Dafür sollten sie das notwendige Knowhow aufbauen und für Engagierte auf alle Ebenen zur Verfügung stellen.

Neue Allianzen für eine jugendgerechte Netzpolitik FreiraumNetz18: Um die Digitalisierung jugendgerecht zu gestalten, müssen Jugendlichen und die Fachkräfte in Jugendverbänden, politischer Jugendbildung und allen Feldern der Kinder- und Jugendhilfe aktiv in den Prozess eingebunden und qualifiziert werden. Um Expertise aufzubauen und politisch wirksam zu werden, braucht es neue Allianzen mit der netzpolitischen Zivilgesellschaft.

Die Gesamten Thesen und Forderungen der Veranstaltung sind auf der Freiraumnetz-Seite zu finden.

Außerdem spannend: John Weitzmann von Wikimedia diskutierte in seinem Workshop die Bedeutung von freien Lizenzverträgen für Jugendverbände und entwickelte mit den Teilnehmenden ein Schrankenmodell für ein jugendgerechtes Urheberrecht.

Abschlussdiskussion:

In einer abschließenden Gesprächsrunde diskutierten Ingo Dachwitz, netzpolitik.org Markus Drenger, Sprecher der LAG Medien und Netzpolitik Hessen Bündnis '90/Die Grünen, Dr. Anna Grebe, Medienwissenschaftlerin beim BDKJ sowie Stephan Groschwitz, Sachverständiger 15. Kinder- und Jugendbericht, welche Strategien und Rollen den Jugendverbänden in der Ausarbeitung einer progressiven Jugend- und Netzpolitik zukommt. Digitale Projekte können beispielsweise schon auf Ortsebene umgesetzt werden. Unter offenen Lizenzen können sie anderen Verbandsgruppen als Vorbild dienen und nachgenutzt werden. In der Jugendarbeit könnten die Verbände, Jugendlichen darin bestärken, selbstbestimmt und reflektiert ihren Anliegen auf digitalem Wege in die Öffentlichkeit zu tragen. Neben Fachkräfteschulungen können hier konkrete, digitale Projekte mit Jugendlichen umgesetzt werden. So erlernen Jugendliche neben digitale Fähigkeiten auch wie sie ihre politischen Forderungen selbst in die Öffentlichkeit tragen können.

Material:

Präsentation: Fairplay: Daten für die Zivilgesellschaft